Sonntag, 22. Mai 2016

Abschied von Armenien - Welcome to Iran

Diesen Moment hatten wir so lange herbeigesehnt, nun war es endlich soweit. Es ging los. Auf den ersten Kilometern mussten wir uns erstmal wieder an das Fahren mit den schwer beladenen Motorrädern gewöhnen, aber dann kam am ersten Fahrtag bei sonnigem Wetter auf einer schönen kurvigen Strecke richtig Freude auf. Wir passierten den Berg Ararat und machten einen Zwischenstop bei dem idyllisch gelegenen Kloster Norawank, um schließlich am späten Nachmittag an unserem Tagesziel in Tatev einzulaufen. Dort entschieden wir uns nach (erneuter) Konsultation der Wettervorhersage dafür, die Nacht im Zelt zu verbringen. Ein spektakulär schön gelegener Platz, um unsere Zelte aufzubauen, war schnell gefunden. Hochzufrieden ließen wir den Abend auf unseren Campingstühlen mit direktem Blick auf die Klosteranlage bei einem Bier ausklingen. Dann fing es an zu regnen. Und hörte nicht mehr auf. Bis zum Morgen. Und schließlich noch bis zum Nachmittag.

Die schöne Aussicht war einer Nebelwand gewichen, der Boden um unsere Zelte aufgeweicht. Etwas missmutig gingen wir ins Dorf, um dort zu frühstücken und das Kloster zu besichtigen. Wir hatten ursprünglich geplant, einen Teil der Strecke vom Vortag wieder zurückzufahren, um in einer nahe gelegenen Stadt zu tanken und dann weiter auf der Schnellstraße Richtung iranischer Grenze zu fahren. Ein Franzose empfahl uns aber, die Strecke, neben der wir gezeltet hatten, einfach weiter nach Süden zu fahren, da diese nach ca. 45 km auch auf die Schnellstraße führt und uns so 70 km Umweg ersparen würde. Er sei die Strecke vor kurzem gefahren und bis auf ein paar Schlaglöcher ginge das schon. Blieb nur das Problem mit den leeren Tanks. Das wurde aber mit Hilfe der Einheimischen schnell per Kanister gelöst. Gesagt, getan. Meine ursprünglichen  Bedenken, dass diese Nebenstrecke in sehr schlechtem Zustand sein könnte, haben sich dann aber leider bestätigt. Auf dem größtenteils unbefestigten, schlammigen und zerfahrenen Untergrund kamen wir über weite Strecken nicht über den 2. Gang hinaus und so brauchten wir für die ersten 30 km mehr als anderthalb Stunden. Und die nachgetankten 5 Liter Benzin. In einem Dorf war ein Mann so nett, uns ein paar Liter per Schlauch und Kanister aus dem Tank seines Wagens abzuzapfen, damit wir noch bis zur nächsten Tankstelle kamen. Nach dieser Einlage inklusive kleinem Umfaller im Schlamm kamen wir ziemlich erledigt in unserem B&B in Meghri an. Unsere Herbergsmutter hob dann unsere Moral mit einem äußerst reichhaltigen Abendessen wieder auf ein solides Niveau. Der in der Mahlzeit enthaltene Vodka musste auch noch mithelfen, immerhin ging es ja am Folgetag in den Iran.

Nach einer ziemlich kurzen Nacht und einem schnellen Frühstück fuhren wir Richtung Grenze, wo wir um 9 Uhr mit unserem iranischen Grenzübertrittsgehilfen verabredet waren. Das ganze Prozedere zog sich unglaublich in die Länge, und obwohl der Wecker schon um 5:30 Uhr geklingelt hatte, konnten wir erst um 15:30 Uhr die ersten Meter über iranischen Boden fahren. Die 200 km bis nach Tabriz gingen dann aber zügig von statten und auch das erstbeste Hotel, das wir aus dem Reiseführer gewählt hatten, erwies sich als akzeptabel. Der Zufall wollte es, dass wir just dort ein schweizer/ukrainisches Paar wieder trafen, mit denen wir gemeinsam das komplette Grenzübertrittsprozedere durchlaufen hatten - und das in einer Stadt mit 1.6 Millionen Einwohnern.

Die Iraner haben uns heute mit größter Freundlichkeit empfangen. Sogar die Grenzer konnten nicht an sich halten und begrüßten uns mit einem breiten Lächeln und dem Satz "Welcome to Iran", den wir fast überall zu hören bekommen. Und sobald wir irgendwo Halt machen, sind immer gleich einige Leute zur Stelle und möchten sich mit uns und unseren Motorrädern fotografieren lassen. So viel freundliches Entgegenkommen ist fast zu schön, um wahr zu sein.

Morgen wollen wir nach Osten ans Kaspische Meer fahren.

Mittwoch, 18. Mai 2016

Prolog

Morgen geht es endlich (richtig) los!

Nach einer recht strapaziösen Anreise mit Deutscher Bahn (ausnahmesweise mal verspätet), zwei Flügen mit Pegasus über Istanbul nach Tbilissi (den zweiten hätten wir aufgrund einstündiger Verspätung des ersten fast verpasst) und einer sechsstündigen Autofahrt nach Jerewan sind wir nach insgesamt achtzehnstündiger Reisezeit wohlbehalten in unserem Hostel (das uns während der Fahrt mitteilte, dass unsere Buchung wegen Eigenbedarf storniert werden musste) angekommen. Unser Freund Gurgen ließ es sich nicht nehmen, uns selbst vom Flughafen abzuholen; er fuhr die Strecke an dem Tag also zweimal. Mit dabei war Gurgens Bruder Artur, der uns in seinem Heimatort an der armenisch-georgischen Grenze zu einem "kleinen" Frühstück mit Kaviar, selbstgemachter Wurst, selbstgemachtem Käse, selbstgemachtem Honig, Eiern glücklicher (Nachbar-) Hühner  und anderen Kleinigkeiten einlud. Die nächste Mahlzeit brauchten wir erst wieder am späten Abend.

In Jerewan angekommen, führte uns der erste Weg natürlich zur Garage mit unseren Motorrädern. Beide Bikes sprangen erfreulicherweise ohne großes Murren an. Zur Vermeidung weiterer Policemen's Happy Hours schlossen wir noch schnell eine neue Versicherung ab und nutzten den Rest des gestrigen Tag für notwendige Wartungsarbeiten an den Motorrädern.

Nach einem opulenten Abendmahl mit traditionell armenisch/georgischer Küche fielen wir bereits gegen elf in einen komaähnlichen Schlaf.

Gurgens Rundum-Sorglos-Programm des heutigen Tages bestand aus einer Führung durch die Cognac Brandy-Destillerie "Ararat", Verkostung inbegriffen, und dem Besuch der Klosteranlage Etschmiadsin, dem religiösen Zentrum Armeniens und Sitz des geistlichen Oberhaupts der Armenischen Apostolischen Kirche.

Morgen ist dann endlich unser erster Fahrtag. Es geht über die Klosteranlage Noravank zum Kloster Tatev, wo wir nun wirklich zum ersten Mal unsere Zelte aufstellen wollen. Mal wieder ganz untypisch für diese Jahreszeit ist das leider wieder mal wieder vorhergesagte schlechte Wetter, das uns dafür hoffentlich keinen Strich durch die Rechnung macht.

Donnerstag, 28. April 2016

Visa application completed

Nach unerwarteter, mehr als dreiwöchiger Wartezeit haben wir nun auch das letzte Visum, für Turkmenistan, erhalten. Damit hat das Zittern ein Ende, der geplante Reiseverlauf ist sichergestellt. Jetzt heißt es nur noch warten, warten, warten.

After an unexpected waiting period of more than three weeks we just received the missing visa of Turkmenistan. Thus this year's itinerary is confirmed and the only remaining task is to wait, to wait, to wait.





Donnerstag, 7. April 2016

Herzlichen Glückwunsch Mario!















Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag mein lieber Reisekompagnon! Ich wünsche Dir heute einen schönen Tag und freue mich schon auf unsere nächste gemeinsame Unternehmung.

Sonntag, 1. November 2015