Freitag, 19. Mai 2023

Hatz aus, Vergnügen an!

Nach vier zermürbend langen Tagen auf der Autobahn war unser heutiges Ziel, Zion National Park, nur knapp 30 km entfernt. An Zion habe ich persönlich sehr schöne Erinnerungen: 27 Jahre ist es mittlerweile schon her, ich hatte gerade meine letzte Berechtigungsprüfung abgelegt, da bin ich mit meinem Bruder Shenja fünf Wochen durch den Südwesten der USA getourt. Und Zion war damals schon eines unserer absoluten Highlights auf der ganzen Reise gewesen. Entsprechend war ich heute voller Vorfreude und ganz aufgeregt.

Und das zu Recht! Bereits die Anfahrt auf kurvenreichem Highway durch orangerote Canyons bei strahlend blauem Himmel war schlicht atemberaubend. 

Am späten Vormittag standen wir dann bereits in der Schlange am Parkeingang. Unsere Erwartung, nun gleich die Zelte aufbauen zu können, um dann schnellstmöglich den Park zu erkunden, wurde aber erstmal gedämpft. Wir mussten noch eine gute Stunde warten; unser Platz war zwar frei, aber Check-in ist nun mal offiziell erst 12 Uhr - Ordnung muss sein. Wir haben dann bei brütender Mittagshitze unsere Zelte aufgebaut. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang Matthias’ lakonische Anmerkung, sehr glücklich zu sein, den extra-dicken Schlafsack eingepackt zu haben. 

In den Park ging es dann mit dem kostenlosen Shuttlebus. Shenja und ich sind den Scenic Drive seinerzeit noch mit dem eigenen Auto fahren, das ist heute aber nicht mehr erlaubt. Wir wären die Straße heute auch gern mit unseren Motorrädern gefahren. Andererseits - wenn all die anderen Leute, die heute im 7-Minuten-Takt die Busse befüllt haben, auch mit dem eigenen Auto unterwegs gewesen wären, hätten wir ohnehin nur im Stau gestanden.

Und dann wurde es magisch, seht selbst!























Donnerstag, 18. Mai 2023

Alles muss, nichts kann

Uff. Geschafft. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Aber der Reihe nach.  

Dieses Jahr stehen hauptsächlich Ziele im Südwesten der USA auf unserem Programm, was für uns eine Herausforderung darstellt, da wie gewohnt wieder von Vancouver gestartet werden musste. Das bedeutet konkret, dass wir als Anfahrt mehr oder weniger die komplette US-Westküste vor uns hatten. Und um möglichst viel Zeit in den Nationalparks verbringen zu können, haben wir versucht diese 2200 km möglichst schnell hinter uns zu bringen. Das ist nun nach vier Tagen geschafft. Deswegen uff. 

Angefangen hatte alles mit einem kleinen Schreck, als wir am Sonntag Morgen losfahren wollten und feststellen mussten, dass unsere Fahrzeugpapiere noch in der beherbergenden Motorradwerkstatt verblieben waren. Wir hatten in der Aufregung schlichtweg vergessen, sie uns aushändigen zu lassen. Dieses Versäumnis schien uns direkt teuer zu stehen zu kommen, hatten wir doch die Hotels für die ersten vier Tage bereits verbindlich gebucht. Und dass wir da an einem Sonntag noch irgendwie drankommen würden, erschien uns ziemlich aussichtslos. Aber wir hatten den Eigentümer trotzdem kontaktiert - man weiß ja nie. Und tatsächlich, seine Auftragslage ist scheinbar so gut, dass er selbst an einem Sonntag arbeitet, und so konnten wir sie mittags abholen und durchstarten. Nach einem gewohnt quälend langwierigen Grenzübertritt in die USA konnte die Meilenschrupporgie beginnen.

Erste Station war irgendein kleines Nest namens Ellensburg, wo wir nach langem Ritt erst nach Einbruch der Dunkelheit ankamen. Frisch geduscht mussten wir dann um zehn nach neun feststellen, dass alle Restaurants schon geschlossen waren. Dann gab’s eben einen Hotdog aus der Wärmevitrine einer Tankstelle, der in einem so bemitleidenswerten Zustand war, dass ihn uns die Verkäuferin einfach geschenkt hat. Dazu gab’s Dosenbier.

Danach stand Boise auf dem Programm, wo wir wieder auf die Dienste von unserem Standardschrauber Casey zurückgreifen durften, da es ein, zwei Unzulänglichkeiten an Marios Motorrad zu beheben galt. Casey war schon im letzten Jahr extrem hilfreich, danke nochmal an dieser Stelle.

Schlussendlich ging’s noch über Salt Lake City nach Hurricane im Süden von Utah, was direkt neben Eingang zum Zion National Park liegt. Hier wollen wir morgen den vergnüglichen Teil unserer Reise einläuten.

Unsere bisherigen Fahrtage waren alle mit nachmittäglichen Gewittern gespickt, die ein oder andere Dusche und Windböe inbegriffen. Sogar ein Staubsturm war mit dabei. Das dürfte dann jetzt gerne aufhören. Danke.












































Freitag, 24. März 2023